Nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss assistierter Suizid künftig gesetzlich ermöglicht werden. Demnach umfasse das allgemeine Persönlichkeitsrecht nach Artikel 2 des Grundgesetzes ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließe die Freiheit ein, „sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen.“

Über die Umsetzung dieses Urteils wird in der 20. Wahlperiode der Deutsche Bundestag entscheiden. Marc Biadacz MdB war es wichtig, zu diesem Thema bereits jetzt eine breite gesellschaftliche Debatte anzustoßen. Daher diskutierte er in einer Online-Veranstaltung gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis „Krefeld I – Neuss II“, Ansgar Heveling MdB, Dr. Christian Herrmann vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU im Kreis Böblingen und Simon Straube-Kögler von der Jungen Union Herrenberg und Gäu über ein mögliches Gesetz zur Sterbehilfe. So war neben der juristischen Perspektive auch der theologische Blickwinkel und Sichtweise der jüngeren Generationen in der Diskussion vertreten.

Bereits im Impulsvortrag des Justiziars der CDU/CSU-Fraktion und Mitinitiators eines fraktionsoffenen Gesetzentwurfs zur Neuregelung der Sterbehilfe, Ansgar Heveling, wurde deutlich, wie vielschichtig das Thema des assistierten Suizids ist und wie viele Fragen zu klären sind. Wie lässt sich ein mögliches Recht auf assistierten Selbstmord umsetzen? Wie kann man zuverlässig feststellen, dass eine freie Willensentscheidung vorliegt? Wie lässt sich eine Aufhebung des Verbots zum assistierten Suizid mit der staatlichen Pflicht, das Rechtsgut Leben zu schützen, verbinden? Welche Rolle kann eine Beratung der Betroffenen spielen? Sollten Ärzte entscheiden können, ob sie Suizidhilfe gestatten sollen oder sollte es ihnen vorgeschrieben werden?

Marc Biadacz betonte im Anschluss: „Wie wir mit dem Thema Sterben umgehen, ist eine elementare Entscheidung unserer Gesellschaft. Gerade der christlichen Lebensauffassung muss bei einer kommenden Debatte Rechnung getragen werden. Für uns steht das Leben steht im Mittelpunkt. Daher sollten vor allem Angebote wie die Palliativversorgung und die Palliativmedizin gestärkt werden.“

Die Diskussion können Sie hier nachschauen:

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