In seiner Bürgersprechstunde Anfang September berichteten dem Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz Weil der Städter Mieterinnen von drastischen Mieterhöhungen. Seit das deutsche Wohnungsunternehmen Vonovia die Mehrfamilienhäuser in der Malmsheimer Straße in Weil der Stadt übernommen hat, werden die Mieter dort stärker zu Kasse gebeten. So sehr, dass es zum Existenzproblem für die Menschen wird. „Wenn die geplanten Mieterhöhungen von Vonovia durchgehen, arbeite ich nur noch für meine Wohnung“, betont Gordana Rentschke, eine der Mieterinnen.

Marc Biadacz versprach den besorgten Mieterinnen sich um den Fall zu kümmern und organisierte einen Vor-Ort-Termin, bei dem ihn der Weil der Städter Bürgermeister Thilo Schreiber begleitete. In der Wohnung einer Mieterin erklärte Biadacz: „Vonovia hält sich hier mit den bisherigen Mieterhöhungen an die gesetzlichen Vorschriften. Laut Gesetz darf der Vermieter nach Modernisierung elf Prozent der entstandenen Kosten für energetische Modernisierung auf die Jahresmiete umlegen.“ Allerdings kann das, wie auch im Weil der Städter Fall, zu Erhöhungen der Miete um bis zu fünfzig Prozent führen. Auch die Städte Stuttgart, Esslingen und Konstanz beklagen dieselbe Vorgehensweise des Immobilienriesens Vonovia.

Marc Biadacz wirbt deshalb dafür, mit einer Gesetzesänderung dem Wucher einen Riegel vorzuschieben. „Die aktuellen Vorfälle zeigen, dass das bisherige Gesetz nicht weit genug greift“, so Biadacz. Gemeinsam mit anderen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg plädiert er dafür, die Begrenzung der umlagefähigen Kosten nach Modernisierungen für das gesamte Bundesgebiet von elf auf acht Prozent herabzusetzen. Zusätzlich soll die monatliche Miete nach einer Modernisierung nicht um mehr als drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von sechs Jahren erhöht werden dürfen. Diese Kappungsgrenze soll dadurch ergänzt werden, dass eine Mieterhöhung nach Renovierungen zehn Prozent der ortsüblichen Miete nicht übersteigen darf. Auch Bürgermeister Thilo Schreiber kündigte seine Unterstützung an, er wird einen Brief an die Geschäftsleitung von Vonovia verfassen.

„Wir müssen die Betroffenen unterstützen. Mieterhöhungen von bis zu 50 Prozent sind unverhältnismäßig. Diesem Wucher muss die Politik entgegensteuern“, betonte Marc Biadacz zum Abschluss des Gesprächs.

Bildunterschrift: Mieterhöhungen werden zum Existenzproblem: Anita Trampler hat ihr Wohnzimmer zur Verfügung gestellt für das Gespräch mit Wohnungsnachbarinnen Gordana Rentschke und Doris Möse sowie CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz und Bürgermeister Thilo Schreiber.

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