Bundestagsabgeordneter Marc Biadacz informiert sich über die Lage der Eventbranche

Das Streaming-Set ist aufgebaut, die Kamera steht bereit, Scheinwerfer erhellen die Szene. „Gehen wir gleich auf Sendung?“, scherzt Marc Biadacz. Uli Breitmaier und Christoph Meier begrüßen den Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz in ihrem Unternehmen, der neunzehnzoll eventservice GmbH in Aidlingen. Mit Blick auf die Auswirkungen der Coronakrise tauscht sich der Abgeordnete mit verschiedenen Branchen aus, möchte Einblicke gewinnen und erfahren, wie es den Unternehmen im Kreis geht. Marc Biadacz zeigt sich bei einem Firmenrundgang äußerst beeindruckt von der umfangreichen Ausstattung und den hausinternen Abläufen. „Hier zeigt sich, mit wieviel Herzblut wir für den Eventerfolg unserer Kunden einstehen“, kommentiert Uli Breitmaier und zeigt mit welcher Innovationskraft das technologieintensive Unternehmen agiert, jedoch momentan geradezu ungenutzt.

Seit Beginn der Coronakrise liegt die Eventbranche brach, eine Veranstaltung nach der anderen wurde aus dem zunächst gut gefüllten Terminplaner wieder gestrichen. Ein Ende ist bislang nicht in Sicht. neunzehnzoll steht wie viele andere Unternehmen der Branche vor großen Herausforderungen. Denn wo keine Aufträge, da kein Umsatz. Alternativen müssen her, neue Wege bestritten werden. Not macht bekanntlich erfinderisch. „Wir unterstützen unsere Kunden bei der Live-Kommunikation – nun rücken Live-Streaming und Online-Events für viele Veranstalter in den Focus“, sagt Uli Breitmaier. Sein Co-Geschäftsführer Christoph Meier ergänzt: „Unter Einhaltungen aller Corona-Regeln sind auch Events weit über 100 Personen durchführbar.“ neunzehnzoll hat dafür entsprechende Konzepte entwickelt, um Kunden in der Krise neue Wege und Chancen aufzuzeigen.

„Sind die staatlichen Hilfen bei Euch angekommen?“, fragt Marc Biadacz und möchte wissen, vor welchen branchenspezifischen Herausforderungen neunzehnzoll derzeit steht. Christoph Meier zeigt sich beeindruckt von der reibungslosen Anmeldung zur Kurzarbeit und betont, wie entlastend dies mit Blick auf die sechs Festangestellten des Unternehmens sei. Uli Breitmaier weiß von einer unkomplizierten Beantragung der Staatshilfe zu berichten. Doch gerade hier sehen die beiden Geschäftsführer auch Handlungsbedarf. „Eine nach Mitarbeiteranzahl pauschale Soforthilfe war besser als nichts, dennoch werden die laufenden Kosten hierdurch nur marginal abgedeckt. Eine zeitlich begrenzte staatliche Hilfe, die sich an den Realkosten einer Firma orientiert, wäre wünschenswert.“, gibt Uli Breitmaier dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.

Das aktuell größte Problem der Branche sieht neunzehnzoll in der fehlenden Definition des Begriffes „Großveranstaltungen“. Diese seien in Baden-Württemberg derzeit pauschal verboten, abhängig von der teilnehmenden Personenzahl. Doch zwischen Konzerten, Volksfesten und Firmenveranstaltungen gebe es große Unterschiede. So ist sich das Unternehmer-Duo einig, größere Tagungen und Konferenzen auch unter Einhaltung der übrigen Richtlinien problemlos durchführen zu können – mit deutlich mehr als den derzeit erlaubten 250 Personen. „Alles eine Frage der guten Planung und vor allem der Größe einer Location“, schildert Christoph Meier. Doch Verbot, heiße eben Verbot.

Schlussendlich stehe der Wiederaufnahme diverser Veranstaltungen auch die Sorge vor Neuinfektionen im Wege. Kein Unternehmen wolle das Risiko eingehen, im Anschluss an eine Veranstaltung an den Pranger gestellt zu werden, sollte es trotz der strengen Einhaltung aller Vorgaben zu einer Ansteckung kommen. Diese Sorge müsste dringend ernst genommen werden, damit neunzehnzoll endlich wieder das Licht auf den Bühnen im Kreis einschalten darf und es so für die Eventbranche wieder hell wird am Ende des Tunnels.

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