In Startups wird mit einer außergewöhnlichen Risikobereitschaft und Leidenschaft an Innovationen gearbeitet. Gerade auch in dieser Pandemie sehen wir, was Startups leisten können: Mit CureVac in Tübingen und BioNTech in Mainz wurden zwei Impfstoffe gegen Corona von deutschen Startups entwickelt. Das wichtigste Kapital für solche Startups sind ihre Mitarbeiter. Jedoch können Startups häufig im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe nicht mit den Gehältern der etablierten Unternehmen mithalten. Hierbei ist Mitarbeiterkapitalbeteiligung ein wichtiges Instrument für Startups, um Mitarbeiter zu gewinnen und an sich zu binden. Die Angestellten erhalten zusätzlich zu ihrem Lohn eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Das erhöht die Attraktivität für Bewerber und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl in den jungen Unternehmen.

Die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme sind hierzulande allerdings kaum wettbewerbsfähig. Deutschland macht es Startups bislang leider nicht leicht, Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zu beteiligen. In einem internationalen Vergleich von 24 Staaten belegt Deutschland den vorletzten Platz. Das können wir für einen Innovationsstandort wie Deutschland nicht hinnehmen und müssen daher die entsprechenden Rahmenbedingungen verbessern.

Einen ersten Schritt in diese Richtung sind wir mit dem Fondsstandortgesetz, das wir im Deutschen Bundestag am 23. April 2021 beschlossen haben, gegangen. Darin werden einige steuerrechtliche Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Deutschland neu geregelt. Gerne wären wir als CDU/CSU-Fraktion mit diesem Gesetz noch weiter gegangen, aber leider war die SPD nicht zu mehr bereit. Gerne hätten wir die Dry-Income-Problematik noch vollständig aufgelöst.

Wir sollten aber auch bereit sein, das gesamte Thema neu zu denken und uns in diesem Zuge mit einer neuen Gesellschaftsform, der Zukunfts-GmbH, die maßgeschneidert ist auf die Ansprüche von Mitarbeiterkapitalbeteiligung, auseinandersetzen. Auch über einen Mitarbeiterbeteiligungsfonds, der das Risiko eines Totalverlusts für die beteiligten Mitarbeiter mit einem von der öffentlichen Hand gefördertem Fonds minimiert, sollten wir diskutieren.

Denn klar ist, wenn Deutschland auch in Zukunft ein führender Innovations- und Technologiestandort sein soll, müssen wir es unseren Startups leichter machen, ihre Mitarbeiter am Unternehmenserfolg zu beteiligen und damit ihre Position im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte stärken. Man darf das Potential nicht unterschätzen: Ein Fünftel der deutschen Startups überlegt, aufgrund der ungünstigen rechtlichen Lage für Mitarbeiterkapitalbeteiligung, ins Ausland zu ziehen. Das zeigt, dass dieses Thema nicht unter den Tisch fallen darf. Wenn wir die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen weiterentwickeln, kann der Startup-Standort Deutschland im internationalen und europäischen Vergleich aufschließen. Wir wollen unsere Talente und unsere Startups im Land behalten!