Während der Corona-Pandemie verstärkt sich der Trend, dass immer mehr Menschen nicht mehr die ganze Zeit im Büro, sondern flexibel und ortsungebunden, zum Beispiel von zuhause, arbeiten. Auch in Zukunft wird die Digitalisierung und der damit verbundene strukturelle Wandel der Arbeitswelt an Dynamik gewinnen.

Schon gewusst?

Durch mobile Arbeit und Homeoffice kann sich die Motivation und die Arbeitszufriedenheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erhöhen. Damit bietet sie Unternehmen die Möglichkeit, ihre Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und Fachkräfte an sich zu binden. Mobile Arbeit trägt außerdem zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei und kann Pendelzeiten reduzieren. Dies ist auch ein Beitrag zu mehr Umweltschutz, zu CO2-Einsparung und zur Stärkung des ländlichen Raums.

Einige unserer Gesetze sind aber auf Homeoffice und mobile Arbeit nicht vorbereitet. Das führt dazu, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Heimarbeit vor rechtlichen Unklarheiten stehen und sich in der unfreiwilligen Illegalität bewegen. Beispielsweise darf ein Elternteil, welcher im Homeoffice mit seinen Kindern zu Abend isst und um 23 Uhr nochmal seine E-Mails checkt, nach aktuellen Gesetzen am nächsten Tag nicht vor 10 Uhr arbeiten.

Wir begreifen diese Herausforderungen als Chance, um Verbesserungen für die Menschen in unserem Land sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland zu erreichen. Daher wollen wir einen einheitlichen Rechtsrahmen schaffen, der Rechtssicherheit schafft und Unklarheiten reduziert. Wir wollen Fragen des Unfallschutzes, des Steuerrechts, der Arbeitszeit, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, des Austausches im Betrieb sowie des Arbeitsschutzes einfach und unbürokratisch regeln.

Folgende Rahmenbedingungen und Verbesserungen sind für uns hierbei zentral:

  • Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeiteinteilung
  • App zur Begutachtung der Arbeitsplatzsicherheit
  • Gleicher Unfallversicherungsschutz wie am Arbeitsplatz
  • Steuerfreiheit für das Ersetzen von Homeoffice-Kosten
  • Förderung von Co-Working-Spaces zum mobilen Arbeiten in öffentlich nutzbaren Räumen im Ländlichen Raum
  • Recht auf Nicht-Erreichbarkeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Mit dem Gesetzentwurf begegnen wir der Herausforderung, mobiles Arbeiten auf Dauer für alle Beteiligten vorteilhaft zu gestalten und vermeiden eine Entgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit.

Ich habe den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), im Plenum des Deutschen Bundestages gefragt, ob er die Regelungen für die Flexibilisierung der Arbeitszeit mit Blick auf das Thema Homeoffice und auf die entsprechenden Ruhezeiten in Angriff nehmen wird.

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